Phasenweise Kirche

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Phasenweise Kirche

In den Wahlprogrammen der Parteien kommt Kirchenpolitik so gut wie gar nicht mehr vor. Das kränkt mich ein wenig. Relevanz von Kirche fühlt sich anders an, heller, strahlender… Statt dessen ist zu konstatieren: unser Stern sinkt und wir gucken in den Mond – der nun aber doch zu Denken gibt. Wenn Kirche sich je im Bild der Sonne wiederfand, war das Anmaßung. Sie ähnelt eher dem Mond, der das „Licht der Welt" reflektiert und in ihre Finsternisse lenkt. Dazu steht er mal höher, mal tiefer, nimmt phasenweise zu und ab, verschwindet zuweilen ganz und gar, um dann wieder, erst als schmale Sichel, dann mehr und mehr Sonnenlicht zu reflektieren. Vielleicht ist meine Kirche in einer Phase, die auf den Neumond zuläuft, um sich im Wechsel der Zeiten ganz natürlich zu erneuern. Sie verschwindet nicht, wie Jesus zugesagt hat: „Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen." (Markus 13, 31). Allerdings dauern Kirchenphasen viel länger als Mondphasen und ich bin es deswegen nicht gewönnt, einem Neumond meiner Kirche entgegen zu sehen. Ich werde lernen müssen, auf die Wirkmächtigkeit der Zusage Jesu zu vertrauen, wie auf die Tiden, die nicht verschwinden, wenn der Mond verschwindet. Dann werde ich die Finsternis nicht fürchten, die sich abzeichnet, wenn Kirche in Wahlprogrammen keine Rolle mehr spielt, und stattdessen mit Psalm 139 singen: „…so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht." (V. 12)

 

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Dienstag, 26. Oktober 2021
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