Mühlstein

Der Pastor bloggt

Mühlstein


Ich stelle mir einen „unbegleiteten Minderjährigen" vor, der von seinen von Krieg, Elend, Chaos und Perspektivlosigkeit geplagten Verwandten in Syrien gehört hat, dass in Europa Frieden ist, Recht und Ordnung herrschen und dass dort reiche Christenmenschen leben, die helfen können – und sich im Glauben daran übers Meer auf den Weg macht. Und dann kommt er nach Moria, erlebt dort Chaos, Elend und Verzweiflung, die zur Tat wird und Chaos und Elend noch steigert, gegen das keiner was tut, weil es Menschen wie ihn abschrecken soll. Und dann hört er von Leuten einer Partei in Deutschland mit einem C für „christlich" im Namen, die lächerliche 150 aus Tausenden seiner Gefährt*innen und etlichen Tausenden weiteren Menschen auswählen möchte, um die erhoffte Hilfe zu gewähren. Ich stelle mir vor, wie sein Glaube zerbröckelt, wie der Zynismus und die Prinzipienlosigkeit, die er erlebt, in ihn einsickern und wie die Schuld der christlichen Europäer wächst, in deren Heiliger Schrift Christus spricht: „… wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde." (Markus 9, 42)

 

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