Luthers Ich

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Luthers Ich

Dieser Tage jährt sich zum 500. Mal der Reichstag, auf dem Luther gesagt haben soll: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.", und etliche werden das ICH Luthers feiern, als sei damit das Zeitalter des Individuums einläutet worden, das Kaiser, Kirche und allen Mächten trotzt und auf eigene Rechnung zu leben beginnt – und werden einen Irrtum fortschreiben, indem sie den Schluss weglassen: „Gott helfe mir, Amen." Luthers gottgebundenes ICH von Worms kann nicht als Kornzeuge für das selbstverliebte Ego unserer Tage in Anspruch genommen werden. Vor dem Hintergrund der Pandemie denke ich, WIR haben viel verloren, als das Individuum das Kind mit dem Bade ausschüttete und Verse wie: „Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten." (1Johannes 5,2) den guten Klang einbüßten, den sie bei Luther noch hatten. Denn ich glaube, dass die individuell verweigerte Liebe gegen Mitmenschen und Mitgeschöpfe mit auf der Rechnung steht, die UNS mit der Pandemie präsentiert wird - allen Ichs und Egos gleichermaßen -, und die nur WIR werden begleichen können.

 

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