Vertrauensfrage

Der Pastor bloggt

Vertrauensfrage


„Die Corona-Warn-App braucht dich!" Diese Verkehrung im Verhältnis zwischen Mensch und Maschine lässt mich noch mal überlegen, wer eigentlich was braucht. – Als Israel aus der ägyptischen Sklaverei in die Freiheit gelangte, war sofort seine Sicherheit gefährdet: erst die Soldaten des Pharaos, dann Durst, Hunger, kriegerische Völker… Die Gefährdung wurde so stark empfunden, dass die Sklaverei sogar als Alternative zur Freiheit immer wieder in den Blick kam: Zurück nach Ägypten! Lieber sicher als frei! (2. Mose 14ff.) Die liberale westliche Gesellschaft reagiert auf die Gefährdung durch Corona ganz ähnlich, wie mir scheint. Menschen sind bereit, einen großen Teil ihrer Freiheit herzugeben und persönliche Daten öffentlich zu machen, um ihr Sicherheitsgefühl zu stärken. Denn so viel scheint klar: man kann nicht ganz frei und gleichzeitig ganz sicher sein. Im Zweifelsfall wählen wir die Sicherheit. Mose hat dieser Versuchung widerstanden. Denn so viel war ihm klar: Gott kann nur mit dem freien Menschen eine Liebensbeziehung eingehen. Mose warb deshalb um Vertrauen in Gottes Fürsorge und Liebe – mit mäßigem Erfolg. Aber der Zusammenhang ist bis heute der gleiche: Freiheit ist nur lebbar im Vertrauen auf Den, der sie liebend und fürsorgend gewährt, fördert, fordert - und sichert, indem Er Grundregeln des Zusammenlebens der Geschöpfe öffentlich macht. Die Aufgabe des freien Menschen lautet darum wohl auch heute noch: Vertrauen wagen in Gottes Liebe und in Seine Regeln – nachzulesen in der Bibel, die es auch als App gibt, die Dich nicht braucht, aber Du vielleicht sie.

 

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