Nächstenliebe in den Zeiten der Corona

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Nächstenliebe in den Zeiten der Corona

Ich würde sie jetzt eine Weile nicht sehen, sagt sie zu mir: engagiertes Gemeindeglied, lustige Akademikerin, gegen alles geimpft, aber zum mRNA-Experiment nicht bereit. Sie würde jetzt eine Weile nicht zum Gottesdienst kommen, weil sie merke, dass ihre Entscheidung andere verunsichere und sie fühle, dass andere sie als Bedrohung wahrnehmen. Das möchte sie auf keinen Fall. Sie mag die Menschen um sich her und könne nicht gut damit leben, dass sie ihnen das Leben schwer mache. Die allgemein üblichen Schutzmaßnahmen, unter denen sie auch einkaufen geht oder mit dem Bus fährt, reichten offenbar nicht, damit die anderen sich in ihrer Gegenwart sicher fühlten. Sie denke, es ist an der Zeit, Nächstenliebe zu üben und zu Hause zu bleiben. Ich bin irritiert, dann beeindruckt und denke an den alten Paulus: „Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden." (1. Korinther 10, 32f.) Als wir später telefonieren, ist sie besorgt, ob wohl eines Tages die Polizei vor ihrer Tür stehen und sie zum Impfen abführen könne.

 

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