Halbmast

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Halbmast

In den USA wird heute als Zeichen der Trauer um die Corona-Toten halbmast geflaggt - aber nicht für Krebs-, Verkehrs- oder Hungertote. Was ist anders? Vielleicht die Vorstellung, der Corona-Tot wäre vermeidbar gewesen und Amerika ist an seinen Verstorbenen schuldig geworden. Aber so gesehen geht es um mehr: ein UNO-Bericht aus der vergangenen Woche meint, dass der kriegsähnliche Umgang mit dem Planeten für ein Viertel aller Krankheiten, Covid19 eingeschlossen, mit verantwortlich sei - christlich gesprochen: vorzeitiger Tod ist auch Folgen unserer Verfehlungen gegen Gottes Schöpfung. Die halb gehissten Fahnen möchte ich daher auch als Zeichen unserer Klage lesen: „Lasst uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum HERRN bekehren! … Wir, wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen, darum hast du nicht vergeben. Du hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt und ohne Erbarmen getötet." (Klagelieder 4, 40f.) Der hier zitierte Beter bekennt als Folge seiner Umkehr: „Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief, und sprachst: Fürchte dich nicht!" (Vers 57), vielleichte ein Trostwort für Erkrankte und Sterbende auch heute, um die ich mich mehr sorge als um die Toten. Die sind bei Gott, auch die, für die gar nicht geflaggt wird.

 

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Freitag, 24. September 2021
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