Geister unterscheiden

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Geister unterscheiden

Wenn Jesus nicht gesagt hätte: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon." (Lukas 16, 9), wäre die Kirche heute wahrscheinlich eine kleine Sekte von isolierten Selbstversorgern. In weiser Voraussicht empfahl der Herr aber einen pragmatischen Umgang mit dem Götzen des inzwischen real existierenden Kapitalismus. Denn ein festes Herz und eine im Kern klare Ausrichtung an Jesus befähigt zur Unterscheidung der Geister und schränkt die Wirksamkeit widersprechender Mächte sehr ein. Übertragen auf die Diskussion über die Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene frage ich mich, ob es nicht innerdemokratische Schwächen offenbart, wenn die 30iger-Zone vor der Kita nur deswegen nicht zustande kommt, weil sie von einem AfD-Abgeordneten beantragt wird, der von 18% der Kleinstadtbürger gewählt wurde? Die Rechtsextremen sind wie die LINKE auf absehbare Zeit eine Realität in Deutschland. Das möge zu denken geben, sollte aber bei Demokraten keine Phobien auslösen. Oder trauen sich die Demokraten die Unterscheidung der Geister nicht mehr zu?

 

Kommentare 2

Gäste - Martina

am Freitag, 28. Juli 2023 20:51

Sehr geehrter Herr Pastor Morche!

Wie schade, dass Sie sich nicht selbst Ihre Fragen beantworten. So können Sie sich immer geschickt, aus der Angelegenheit herausziehen, ganz nach dem Motto „ich hab ja nur die Frage gestellt, fragen kost ja nix.“ Übrigens eine gängige rhetorische Methode von AfD-Anhängern.
Wie wäre es denn damit, Stellung zu beziehen. Als ob es sich in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus um die Einführung von 30-Kilometerzonen handeln würde. Das ist schlechtweg eine Verharmlosung und eine Banalisierung anderer die Demokratie bedrohender Aussagen der AfD. Dazu hätte ich gerne einen Beitrag von Ihnen gelesen.

Ich hoffe nur, dass nicht viele Christinnen und Christen Ihre Blog-Einträge lesen und sich daraufhin entscheiden, der evangelischen Kirche den Rücken zu kehren. Ich jedenfalls werde nun leider keinen Zugang zu Ihrer Kirchengemeinde finden können.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Herr Pastor Morche! Wie schade, dass Sie sich nicht selbst Ihre Fragen beantworten. So können Sie sich immer geschickt, aus der Angelegenheit herausziehen, ganz nach dem Motto „ich hab ja nur die Frage gestellt, fragen kost ja nix.“ Übrigens eine gängige rhetorische Methode von AfD-Anhängern. Wie wäre es denn damit, Stellung zu beziehen. Als ob es sich in der Auseinandersetzung mit dem Rechtspopulismus um die Einführung von 30-Kilometerzonen handeln würde. Das ist schlechtweg eine Verharmlosung und eine Banalisierung anderer die Demokratie bedrohender Aussagen der AfD. Dazu hätte ich gerne einen Beitrag von Ihnen gelesen. Ich hoffe nur, dass nicht viele Christinnen und Christen Ihre Blog-Einträge lesen und sich daraufhin entscheiden, der evangelischen Kirche den Rücken zu kehren. Ich jedenfalls werde nun leider keinen Zugang zu Ihrer Kirchengemeinde finden können. Mit freundlichen Grüßen

Gäste - Torsten Morche

am Mittwoch, 09. August 2023 12:19

Liebe Martina,
tatsächlich glaube ich, was Sie hoffen: sehr viele lesen diesen Blog wohl nicht. Um so mehr freut es mich, in Ihrem Kommentar den Beweis zu finden, dass dieser Beitrag Aufmerksamkeit geweckt hat und dass Sie sich auch noch der Mühe unterzieht, darauf öffentlich, klug und profiliert einzugehen. Leider kennen wir uns (noch?) nicht persönlich, was ich sehr bedaure, denn ich vermute, wenn Sie mich kennen würden, hätten Sie keinen Zweifel daran, dass mir die Inhalte der AfD völlig fernliegen. Wie Sie halte ich diese sogar für brandgefährlich. Allerdings ist die Frage nach dem Umgang mit dieser real existierenden und viel gewählten Partei durchaus eine, die mich umtreibt. Ist die jetzt wieder viel beschworene „Brandmauer“ hilfreich und praktikabel? Bei ihr fallen Inhalt und Umgang zusammen. Ist das alternativlos? Oder wäre es denkbar, Inhalt und Umgang getrennt zu betrachten und den eigenen demokratischen Kern gegen den völkischen der AfD zu festigen, um im Umgang flexibel zu bleiben? Meine Hoffnung ist, dass dies eine souveränere, weniger phobische Strategie wäre als die der Brandmauer und sie der Strategie der Provokation und Eskalation der AfD den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Das würde ich, angeregt durch Ihren pointierten Kommentar, gern auch mit Ihnen diskutieren. Bei dieser Gelegenheit könnten Sie vielleicht auch beobachten, dass unsere Gemeinde ein sehr vielfältiger, bunter und fröhlicher Chor von Menschen ist, in dem ich nur eine Stimme bin. Es gibt auch unter den Gemeindegliedern solche, denen ich nicht gerecht werden kann, dennoch begegnen wir uns mit Respekt als verschiedene Glieder des einen Leibes Christi. Ich möchte Sie einladen zu prüfen, ob unter diesen nicht auch solche sind, die Ihnen näher sind als ich es für Sie im Augenblick zu sein scheine.
Zu Ihrer Vermutung, dass Menschen wegen meines Textes aus der Kirche austreten: Soviel ich weiß, treten Menschen ebenso wegen der Staatsnähe der Kirche während der Corona-Zeit aus, wegen des Kirchentrucks auf dem CSD, wegen zu großer Nähe zur „Letzten Generation“ wie auch wegen einer zu konservativ empfundenen Haltungen gegenüber Ehe und Familie oder eines traditionellen Gottesbildes, oder weil die Pastorin gendert oder der Pastor eben nicht gendert usw. All das wären Gründe für interessante Gespräche und wenn sich unüberbrückbare Hürden ergäben, sollte man sich auch respektvoll voneinander trennen. Das Evangelium ist nicht mit allen Haltungen und Lebensweisen kompatibel. Aber in den allermeisten Fällen treten die Menschen kommentarlos wegen der Kirchensteuer aus, ohne auch nur wissen zu wollen, was mit dem Geld gemacht wird. Über dieses Wegschleichen bin ich ehrlich gesagt viel mehr beunruhigt als über sachlich begründete Kirchenaustritte. Es scheint mir nämlich ein Indiz für die schleichende Entsolidarisierung der Gesellschaft zu sein, die ich für ebenso brandgefährlich halte wie das tumbe Gemeinschaftspathos der AfD.
Es würde mich freuen, wenn wir diesen Diskurs in einer persönlichen Begegnung fortführen könnten.
Bleiben Sie behütet!
Freundliche Grüße,
Torsten Morche

Liebe Martina, tatsächlich glaube ich, was Sie hoffen: sehr viele lesen diesen Blog wohl nicht. Um so mehr freut es mich, in Ihrem Kommentar den Beweis zu finden, dass dieser Beitrag Aufmerksamkeit geweckt hat und dass Sie sich auch noch der Mühe unterzieht, darauf öffentlich, klug und profiliert einzugehen. Leider kennen wir uns (noch?) nicht persönlich, was ich sehr bedaure, denn ich vermute, wenn Sie mich kennen würden, hätten Sie keinen Zweifel daran, dass mir die Inhalte der AfD völlig fernliegen. Wie Sie halte ich diese sogar für brandgefährlich. Allerdings ist die Frage nach dem Umgang mit dieser real existierenden und viel gewählten Partei durchaus eine, die mich umtreibt. Ist die jetzt wieder viel beschworene „Brandmauer“ hilfreich und praktikabel? Bei ihr fallen Inhalt und Umgang zusammen. Ist das alternativlos? Oder wäre es denkbar, Inhalt und Umgang getrennt zu betrachten und den eigenen demokratischen Kern gegen den völkischen der AfD zu festigen, um im Umgang flexibel zu bleiben? Meine Hoffnung ist, dass dies eine souveränere, weniger phobische Strategie wäre als die der Brandmauer und sie der Strategie der Provokation und Eskalation der AfD den Wind aus den Segeln nehmen könnte. Das würde ich, angeregt durch Ihren pointierten Kommentar, gern auch mit Ihnen diskutieren. Bei dieser Gelegenheit könnten Sie vielleicht auch beobachten, dass unsere Gemeinde ein sehr vielfältiger, bunter und fröhlicher Chor von Menschen ist, in dem ich nur eine Stimme bin. Es gibt auch unter den Gemeindegliedern solche, denen ich nicht gerecht werden kann, dennoch begegnen wir uns mit Respekt als verschiedene Glieder des einen Leibes Christi. Ich möchte Sie einladen zu prüfen, ob unter diesen nicht auch solche sind, die Ihnen näher sind als ich es für Sie im Augenblick zu sein scheine. Zu Ihrer Vermutung, dass Menschen wegen meines Textes aus der Kirche austreten: Soviel ich weiß, treten Menschen ebenso wegen der Staatsnähe der Kirche während der Corona-Zeit aus, wegen des Kirchentrucks auf dem CSD, wegen zu großer Nähe zur „Letzten Generation“ wie auch wegen einer zu konservativ empfundenen Haltungen gegenüber Ehe und Familie oder eines traditionellen Gottesbildes, oder weil die Pastorin gendert oder der Pastor eben nicht gendert usw. All das wären Gründe für interessante Gespräche und wenn sich unüberbrückbare Hürden ergäben, sollte man sich auch respektvoll voneinander trennen. Das Evangelium ist nicht mit allen Haltungen und Lebensweisen kompatibel. Aber in den allermeisten Fällen treten die Menschen kommentarlos wegen der Kirchensteuer aus, ohne auch nur wissen zu wollen, was mit dem Geld gemacht wird. Über dieses Wegschleichen bin ich ehrlich gesagt viel mehr beunruhigt als über sachlich begründete Kirchenaustritte. Es scheint mir nämlich ein Indiz für die schleichende Entsolidarisierung der Gesellschaft zu sein, die ich für ebenso brandgefährlich halte wie das tumbe Gemeinschaftspathos der AfD. Es würde mich freuen, wenn wir diesen Diskurs in einer persönlichen Begegnung fortführen könnten. Bleiben Sie behütet! Freundliche Grüße, Torsten Morche
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