Existenzrelevant

Der Pastor bloggt

Existenzrelevant


Das Wort „Systemrelevanz" ist gar nicht so neu in meinem Wortschatz. Ich erinnerte mich kürzlich, dass es mir 2008 schon begegnete. Damals wurde mit ihm gerechtfertigt, bestimmte Banken mit Steuermilliarden retten zu müsse. Die Logik der Finanzwelt auf eine ganze Gesellschaft anzuwenden unterstellt, dass sie wie ein System von Kauf und Verkauf, Produktion und Verbrauch „funktioniert". Die Ökonomisierung fast aller Lebensbereiche, die der Digitalisierung vorangeht, scheint dieser Unterstellung recht zu geben. Nur erfahre ich auf diesem Weg auch, dass das, was wirklich zählt, weder zählbar noch bezahlbar ist und darum auch in kein System gepresst werden kann: das Erleben eines Sonnenuntergangs, die Liebe meiner Frau, das Gespräch mit dem Freund, der Klang der Orgel in unserer Kirche, die Nähe Gottes im Gebet... Dies und manches mehr ist für mich von eminenter Existenzrelevanz – und ich schlage diesen Begriff vor, um zu bestimmen, was muss, was kann und was braucht nicht getan und gesagt zu werden. Die Bibel reduziert den Menschen auch nicht auf die Koordinaten satt und sauber, sondern weiß: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.« (Matthäus 4, 4), für das er arbeiten und das er bezahlen muss; relevant ist daneben noch vieles andere, nicht zuletzt „jedes Wort, das aus dem Mund Gottes geht." und in kein System passt und umsonst ist.

 

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