Er wird kommen

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Er wird kommen


„Die Pandemie wird ja irgendwann vorbei sein, soviel ist sicher. Wir wissen nur nicht wann." Diese Worte der Redakteurin klingen dem ähnlich, was auch Teil des christlichen Glaubensbekenntnisses ist: „Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen…" (Apostelgeschichte 1, 11) Wir wissen nur nicht wann: „Darum seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommen wird." (Matthäus 24,42). Ein schönes Gleichnis ergibt sich daraus: Wie alle Welt eine baldige Befreiung von der lästigen Maskenpflicht erhofft durch das Kommen eines Impfstoffs, so erhofft die Christenheit eine endgültige Befreiung von Krankheit und Tod durch das Kommen Jesu Christi. Beides wird ein großes Aufatmen zur Folge haben. Allerdings überliefert das Neue Testament auch eine Erzählung, nach der das Kommen Christi eine Trennung der Völker und Menschen bewirkt in Schafe, die aufatmen können, und Böcke, die es nicht können. (Matthäus 25, 31ff.) Sollte das auch als Analogie gelten können für das Kommen eines Covid-19 Impfstoffes? Werden die Länder mit einem gut organisierten und leistungsfähigen Gesundheitssystem weniger gut gestellten Ländern den Vortritt lassen, wenn es an die Verteilung der wohl erst einmal knappen Impfdosen geht? Oder wird er die Trennung von Arm und Reich, Nord und Süd, Ost und West weiter vertiefen? Ich bin sicher, dass Christus bei seinem Kommen einen Weg finden wird, am Ende Böcken UND Schafen gerecht zu werden, dass sie „kommen werden von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes." (Lukas 13, 29) Aber werden wir Menschen einander gerecht werden, wenn der Impfstoff kommt?

 

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