Kommentar zum Advent

veröffentlicht am 26.10.2017

Dass der Advent früher mal eine allgemeine Fastenzeit war, so ähnlich wie die vor Ostern, kann man sich heute kaum noch vorstellen. Heute bin ich ganz alleine dafür verantwortlich, dass mir am Heilig Abend der Christstollen und die Lebkuchen nicht schon zum Hals raushängen und dass ich im wirtschaftsfördernden Kaufwahn am Ende die Armen nicht vergessen habe. Weniger könnte mehr sein: mehr Genuss des Besonderen in besonderer Zeit, mehr Zeit für die Lieben, mehr von dem guten Gefühl, Bedürftigen geholfen zu haben. Dazu müsste man anders sein lassen, von mancher Gewohnheit abstehen, einfacher leben, kleiner denken, eben: fasten.

Gott hat es vorgemacht. Statt des ganz großen Auftritts, statt der reisen Nummer mit Heerscharen und Donnergrollen, macht er’s ganz einfach, ja unscheinbar klein und kommt Weihnachten als Kind in unsere Welt. Passen wir also auf, dass wir in blinder Adventshektik nicht an ihm vorbeirennen und es vier Wochen lang unter Kuchenbergen begraben. Besinnliches Maßhalten, sprich: fasten könnte helfen, das Jesuskind zu treffen.

Diese Freude wünscht

Ihr Pastor Torsten Morche