Heute, es ist Mitte Januar, war es noch dunkel, als ich aus dem Haus ging. Es ist wieder so ein kalter, windiger Tag. Hemd, Pullover, Jackett, Mantel und Winterschuhe, Hut, Schal und Handschuhe schützen mich zwar, aber ich fröstle doch. So eingepackt zu sein, ist es auch nicht bequem. Ich sehne mich nach der Zeit, in der ich mit leichter Jacke und eleganteren Schuhen durch helle, warme Tage gehen werde, ein Liedchen pfeifend. Ich danke meinem Gott: diese Tage werden kommen. Das macht es leichter.

Mancher Seele geht es ähnlich: schlechte Nachrichten, Krankheit, Verlust, Grobheiten, Missverständnisse wehen scharf und kalt heran. Rückzug soll Schutz bieten, Rede im Ansagemodus oder hartes Verstummen soll den Angriff abwehren. Tut es vielleicht, aber die Seele fröstelt und sehnt sich nach leichten Sandalen und offener Bluse, nach Tagen ohne Angst, ohne Schmerz. Ich danke meinem Gott, dass sie kommen werden: Ostern erzählt davon. Die Feier der Auferstehung fällt in die Zeit, wo der Wintermantel hoffentlich im Schrank verschwunden sein wird, und der österliche Gesang wärmt die Seele: „Jesus ist auferstanden! Und Du mit IHM. Spürst Du nicht schon das Frühlingswehen?“ So wird es leichter, denke ich,

Ihr Pastor Torsten Morche